Impfung für Kinder und Jugendliche

Corona-Impfung für Kinder 5 bis 11 Jahre 

Abwägung der Risiken Corona-Impfung bzw. Corona-Infektion

Covid-Infektionen verlaufen bei den allermeisten Kindern relativ harmlos. Impfungen gegen Covid sind für Kinder ebenfalls extrem sicher! Als Eltern sind Sie natürlich besorgt über die Nebenwirkungen der Impfung, die bei Ihrem Kind auftreten können. Es ist jedoch wichtig, die Risiken von Nebenwirkungen einer Covid-Impfung gegen die Risiken einer Infektion abzuwägen. Im Fall von COVID-19 ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kinder und Jugendliche mit COVID-19 infizieren und dadurch Herzprobleme, einschließlich Myokarditis, bekommen, viel größer als die Wahrscheinlichkeit, dass sie als Nebenwirkung des Impfstoffs eine Myokarditis bekommen.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Jugendliche infolge einer COVID-19-Infektion eine schwere Herzerkrankung erleiden, glücklicherweise gering ist, können sie dennoch schwer erkranken, einschließlich Herzinsuffizienz und schwerere Formen der Myokarditis. Die größte Sorge bei Kindern mit COVID-19 ist die Entwicklung eines Multisystem-Entzündungssyndroms (PIMS), eine seltene, aber sehr ernste Erkrankung, bei der sich verschiedene Teile des Körpers – einschließlich des Herzens – entzünden. Etwa 50 % der Patienten mit PIMS haben eine verminderte Herzfunktion.

In Deutschland empfiehlt die STIKO aktuell die COVID-19-Impfung für Kinder im Alter von 5-11 Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen, sowie Kindern, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden. Darüber hinaus können laut STIKO auch gesunde Kinder ab 5 Jahren auf Wunsch der Eltern geimpft werden.

In Israel (dem Land mit der besten Datenlage) und den USA ist die Situation völlig anders. Dort wird die Kinderimpfung schon seit vielen Wochen von den Gesundheitsbehörden ausdrücklich empfohlen

In den USA wurden (Stand 5.1.2022) über 7 Mio. Kinder 5-11 Jahre geimpft, davon 2 Mio. doppelt geimpft. Laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC wurden bislang nur bei 11 geimpften Kindern im Alter von 5-11 Jahren Myokarditis-Fälle registriert, bei 7 davon sei die Myokarditis rasch abgeheilt. Covid-Infektionen verursachen dagegen wesentlich häufiger eine Myokarditis. Darum positioniert sich die CDC zur Kinderimpfung eindeutig: Die Vorteile einer Covid-Impfung für Kinder zwischen 5-11 Jahren überwiegen die bekannten und potentiellen Risiken. Deshalb empfiehlt CDC die COVID-Impfung allen Kindern ab 5 Jahren (nicht nur kranken Kindern). Vorerkrankte Kinder ab 5 Jahre erhalten in den USA zusätzlich noch eine Booster-Impfung.

Mögliche unmittelbare Impfreaktionen sind ähnlich wie bei Erwachsenen (Armschmerzen, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Fieber…). Sie können Stunden nach der Impfung auftreten für die Dauer von 1-3 Tagen.

 

Generelle Informationen zu Myokarditis

Was ist eine Myokarditis?

Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels, oft ausgelöst durch Virusinfektionen wie z.B. auch bei SARS-CoV-2. Die Myokarditis kann Brustschmerzen, Herzklopfen, Atembeschwerden oder andere Symptome verursachen und die Herzfunktion beeinträchtigen. Die Erkrankung reicht von sehr leichten Fällen, bei denen die Symptome von selbst abklingen, bis hin zu sehr schweren Fällen, bei denen der Patient intensive Krankenhauspflege benötigt oder der Herzmuskel dauerhaft geschädigt wird.

Myokarditis und der mRNA-Impfstoff, betrifft v.a. junge Männer zwischen 16-26 Jahren:

Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurde Myokarditis als seltene Nebenwirkung des mRNA-Impfstoffs festgestellt. Diese Nebenwirkung tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 zu 100.000 v.a. bei männlichen Teenagern und jungen Erwachsenen auf (v.a. 16 – 26-jährige junge Männer) und ist wahrscheinlich auf eine überschießende Immunreaktion zurückzuführen. 

Glücklicherweise zeigen aktuelle Studien, dass die Myokarditis nach der Impfung in der Regel viel milder verläuft als die klassische Virus-Myokarditis, wobei die Symptome kürzer anhalten und in der Regel mit minimaler oder gar keiner medizinischen Behandlung abklingen.

Abwägung der Risiken Corona-Impfung bzw. Corona-Infektion

Es ist wichtig, die Risiken von Nebenwirkungen durch die Impfung gegen die Risiken einer Infektion abzuwägen. Im Fall von COVID-19 ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kinder und Jugendliche mit COVID-19 infizieren und dadurch Herzprobleme, einschließlich Myokarditis, bekommen, viel größer als die Wahrscheinlichkeit, dass sie als Nebenwirkung des Impfstoffs eine Myokarditis bekommen.

Jüngste Daten der CDC deuten darauf hin, dass von 100.000 geimpften männlichen Jugendlichen nur etwa vier bis sieben eine Myokarditis nach der Impfung entwickeln würden. Wäre diese Gruppe jedoch nicht geimpft, würden sich innerhalb von drei Monaten wahrscheinlich mehr als 5.500 mit COVID-19 infizieren, was zu 500 Krankenhausaufenthalten, potenziellem PIMS, Myokarditis und möglicherweise zum Tod führen würde. Die rasant steigenden Infektionsraten durch Omikron wird diese Risiken bei ungeimpften Personen nur noch erhöhen.

Die Zahlen sind eindeutig: Bei Kindern und Jugendlichen ist das Risiko, an COVID-19 zu erkranken und eine schwere Krankheit zu entwickeln, die das Herz ernsthaft beeinträchtigen könnte, weitaus größer als das Risiko, nach der Impfung eine Myokarditis zu bekommen.

Quelle : https://www.chop.edu/news/health-tip/myocarditis-and-covid-19-get-facts

 

Die STIKO empfiehlt die COVID-19-Impfung ALLEN Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren

Die STIKO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren die Impfung , um sowohl  COVID-19- Erkrankungen und Hospitalisierungen bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern, als auch die indirekten Folgen wie Einschränkungen der sozialen und kulturellen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen abzumildern. 

Long-Covid bei Kindern und Jugendlichen: Die Datenlage dazu ist nicht eindeutig, zumal nicht immer zwischen Long-Covid und „Long-Lockdown“ -Symptomen wie chronische Müdigkeit, Kopfschmerz und Depressionen unterschieden werden kann.

Schwerer COVID-Verlauf bei Kindern und Jugendlichen: bis 31.10.21 mussten knapp 2000 Kinder und Jugendliche in Deutschland stationär wegen COVID 19 in behandelt werden, die Hälfte dieser Kinder waren Kleinkinder 0-2 Jahre alt. 93 Kinder mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Mehr als 70% der stationär wegen COVID eingewiesenen Kinder hatte keine Vorerkrankung.
Bei Entlassung aus der Klinik waren 70% beschwerdefrei, jedes vierte Kind hatte Restsymptome, 0,4% hatten Folgeschäden, 0,4% sind verstorben an COVID-19.

PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome): bis 31.10.2021 wurden in Deutschland 443 Kinder und Jugendliche mit COVID-assoziiertem PIMS registriert. Die Mehrheit der PIMS-Fälle musste intensivmedizinisch behandelt werden. Bei Entlassung aus dem Krankenhaus war die Hälfte beschwerdefrei, 40% der PIMS-Fälle hatten Restsymptome, knapp 7% zeigten bei Entlassung Folgeschäden am Herz-Kreislaufsystem, weitere 5% wurden in andere Kliniken verlegt. Tödliche Verläufe wurden bisher nicht berichtet.
Die allermeisten PIMS-Fälle (84%) hatten keine Grunderkrankungen.

Sowohl die schweren Covid-Verläufe als auch die schweren PIMS-Fälle betrafen mehrheitlich Kinder und Jugendliche, die zuvor gesund waren.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, https://dgpi.de

Auf Datenbasis von vielen Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen in Israel, USA, Kanada, Frankreich etc. überwiegt der Vorteil einer Impfung bei weitem die möglichen Impf-Risiken für diese Altersgruppe. Die extrem seltenen, bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachteten Herzmuskelentzündungen haben meist einen unkomplizierten Verlauf. Zudem sind bisher keine Signale für weitere schwere Nebenwirkungen nach mRNA-Impfung aufgetreten, insbesondere auch nicht bei Kindern und Jugendlichen.

Covid-Infektionen führen dagegen auch bei Kindern zu einem deutlich höheren Risiko von Herzerkrankungen und anderen schweren Nebenwirkungen. 

Jugendliche ab 14 Jahre können, wenn sie im Aufklärungsgespräch geistig reif genug erscheinen, ggf. eigenständig ihr Impfeinverständnis geben.