Corona-Impfstoffe

Wir empfehlen ausdrücklich die Impfung gegen das Coronavirus! Je nach Alter und Vorerkrankungen kann das Risiko einer Corona-Infektion mit u.U. schwerem Verlauf deutlich höher sein als das extrem geringe Risiko von schwerwiegenden Impfnebenwirkungen. Die Angaben weiter unten zur Impfstoff-Wirksamkeit beziehen sich auf die Delta-Variante und stammen vom Public Health England (PHE), wo in Europa die meisten Erfahrungen zu Delta vorliegen.

mRNA-Impfstoffe haben von allen Impfstoffen nach jetziger Datenlage die beste Wirksamkeit. BioNTech-Impfungen sind in unserer Praxis ohne Wartezeit ausreichend verfügbar! 

Da seit kurzem ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, verimpfen wir in unserer Praxis inzwischen fast ausschließlich nur noch BioNTech.

Die mRNA-  bzw. Vektorimpfstoffe unterscheiden sich signifikant im Schutz vor Infektion (mit mildem Verlauf). Vollständig Geimpfte (mit BioNTech oder Astra oder heterolog) sollen aber fast gleichermaßen gut geschützt sein vor schwerem Verlauf oder Tod.

Corona-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen BioNTech und Moderna

Kurzinformation mRNA-Impfstoffe:

  • BioNTech: ab 12 Jahre, Zweitimpfung nach 3-6 Wochen 
  • Moderna: ab 18 Jahre, Zweitimpfung nach 4-6 Wochen 
  • Heterologes Schema: mRNA ab 4 Wochen nach AstraZeneca
  • mRNA-Impfstoffe schützen zu 88% vor Delta-Infektion und zu 95% vor schwerem Verlauf (PHE)

Sehr seltenes Myokarditis-Risiko nach mRNA-Impfung

Das Risiko, durch eine Corona-Impfung eine Myokarditis zu erleiden ist wesentlich geringer als das Risiko, durch eine Corona-Erkrankung einen Herzschaden oder sonstige schwere Covid-Langzeitfolgen zu erleiden. Seit letztem Jahr werden Myokarditis-Fälle relativ häufig im Zusammenhang mit schwerverlaufenden Covid-Infektionen beobachtet, neuerdings aber auch als sehr seltene Nebenwirkung nach einer mRNA-Impfung, meist in der Woche nach der zweiten Impfung. Betroffen sind v.a. jüngere Männer. Die Patienten klagen über Abgeschlagenheit, Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen. Impfinduzierte Herzmuskelentzündungen verlaufen in den aller meisten Fällen sehr milde und harmlos.

Die derzeit beste Datenlage stammt aus Israel, weil hier sehr früh sehr viele Menschen mit BioNTech/Pfizer geimpft wurden und umfangreiche digitalisierte Daten über den Verlauf nach den Impfungen vorliegen:

In Israel wurden bis Mai 2021 ca. 10,5 Millionen mRNA-Impfungen durchgeführt. Dabei kam es in 147 Fällen zu einer Myokarditis (1-2 pro 100.000 Impfungen), überwiegend betroffen waren Männer von 16-19 Jahren. 95% heilten ohne Komplikationen aus.

 

Corona-Impfung mit den Vektor-Impfstoffen AstraZeneca und Johnson&Johnson

Kurzinformation Vektorimpfstoffe:

  • Zugelassen ab 18 Jahre
  • von der STIKO empfohlen: ab 60 Jahre
  • für Patienten unter 60 Jahre nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung möglich.
  • seltene, schwere Nebenwirkungen (z.B. Sinusvenenthrombose mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 1: 100.000).

AstraZeneca: 

  • Zweit-Impfungen nach 12 Wochen (4-12 Wochen möglich). Besser ist eine Hybrid-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff als Zweitimpfung (ab 4 Wochen nach der Astra-Impfung)
  • Schützt bei Delta zu 60% vor Erkrankung und 92% vor schwerem Verlauf (PHE).

Johnson &Johnson:

  • Einmalimpfung. 14 Tage ab Impfung gilt man als vollständig geimpft.
  • Schützt ab 4 Wochen nach Impfung zu ca. 80% vor schwerem Verlauf bei der Britischen Mutante. Für den Schutz bei Delta gibt es noch keine ausreichenden Zahlen.

Für die Vektor-Impfungen mit AstraZeneca bzw. Johnson&Johnson gilt:

  • Mit einer Häufigkeit von 1:100.000 kann es zu schweren Komplikationen (TTS oder VITT) kommen. Dabei handelt es sich um atypische, immunvermittelte Gefäßverschlüsse v.a. in Gehirn, Lunge und Bauch sowie teilweise auch
    Blutungen, die durch die Impfung ausgelöst werden können. (Stand 1.6.2021 wurden ca. 8 Millionen Bürger in Deutschland mit AstraZeneca geimpft. Bei 102 Personen kam es zu dieser gefürchteten Komplikation, 21 Personen sind daran verstorben. Beim Impfstoff von Johnson&Johnson sind in Deutschland (Stand 1.6.2021) keine Sinusvenenthrombosen erfasst, jedoch wurde der Impfstoff bislang deutlich weniger verimpft. Vermutlich muss das Komplikationsrisiko als ähnlich hoch wie bei AstraZeneca eingestuft werden.)
  • Bislang konnten keine spezifischen Risikofaktoren für die Entstehung von VITT identifiziert werden.
  • Menschen mit bekanntem Thromboserisiko sind nicht stärker betroffen als Menschen ohne Thromboserisiko.
  • Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen (Heuschnupfen und Hashimoto sind nicht gemeint) empfehlen wir mRNA-Impfstoffe.